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Dienstag, 07.09.2010
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Khanty-Mansiysk: 12,5 km Massenstart Platz 12

Der letzte Weltcup der Saison stand wie erwartet ganz im Zeichen des Duells zwischen Wilhelm und Jonsson um die große Kugel der Weltcupführenden. Trotz Gleichstand der Punkte behielt die blonde Schwedin das gelbe Trikot. Die kleine Kugel für den Disziplinen-Weltcup im Massenstart kassierte die Studentin obendrein. Simone Hauswald feierte ihren 3. Weltcupsieg. Helena Jonsson wurde Zweite, gefolgt von Andrea Henkel. Kati Wilhelm verschlug es auf Platz 6. Die beiden Isartalerinnen Martina Beck (Mittenwald) und Magdalena Neuner (Wallgau) rangierten auf Platz 11 und 12. Klasse Bilanz unserer Damen: 2 Treppenplätze, 3 Läuferinnen unter den ersten 6, alle 5 gestarteten Damen unter dem ersten Dutzend der weltbesten Biathletinnen. In der Tat ein "finale furioso".


Um es gleich vorweg zu nehmen: Magdalena Neuner zeigte bereits im ersten Liegendanschlag Nerven, sie feuerte dabei 3 mal daneben, dann noch einmal im zweiten und nach dem Ende des vierten Schießens (Stehendanschlag) hatte sie insgesamt 8 Fahrkarten gesammelt. Ein Ausgleich so vieler Strafrunden ist dann auch für die als schnellste Biathletin geltende Wallgauerin illusorisch. Martina Beck aus dem benachbarten Mittenwald hielt sich mit insgesamt 4 Schießfehlern recht tapfer im Feld. Es gelang ihr sogar, mit einem knappen Vorsprung von 2,1 Sek. vor der 22-jährigen vom Skiclub Wallgau den Platz 11 zu belegen.

Die Spannung des Tages indes, die lag aber gänzlich im Focus Wilhelm-Jonsson. Mit dem dritten Schießen spätestens mutierte das Rennen in einen Krimi. Die wahren Biathlon-Kenner schätzen den Stehendanschlag als "das Salz in der Loipe". Beide Athletinnen schießen gleichzeitig und nebeneinander stehend Kugel um Kugel auf die Scheiben. Beide null Fehler! Jetzt gehts zur Sache! Wer von den beiden hält den finalen Druck aus?

Auf dem Weg zum vierten und letzten Schießen formiert sich eine Spitzengruppe mit Wilhelm, Jonsson, Hauswald, Henkel und Olga Zaitseva (RUS). Als erste tritt Andrea Henkel auf die Schießmatte, gefolgt von Hauswald, Wilhelm und Jonsson. Hauswald und Jonsson halten den Druck aus: beide null Fehler. Kati Wilhelm setzt zwei Patronen neben die Scheiben und verspielt damit ihre Chancen auf das gelbe Trikot, auf die Führung im Gesamtweltcup.

In der nun folgenden wilden Hatz löst sich Simone Hauswald in Bestform von der Spitze. Mit einem Schießfehler belastet gewinnt sie mit 15,1 Sekunden vor Helena Jonsson (SWE). Als dritte darf Andrea Henkel mit insgesamt 3 Schießfehler und mit einem Abstand von 26,9 auf Hauswald das Stockerl besteigen.

Die Siegerin aus Schönwald, sie feiert am 3. Mai ihren 30. Geburtstag, blickt mit drei Weltcupsiegen auf ihre bisher beste Saison zurück. Die erfolgreichste deutsche Biathletin in der Saison 2008/2009 ist zweifellos Kati Wilhelm. Schade, der Gesamtsieg blieb ihr verwehrt. Aber, sie weiß es ja selbst: "Ich war auf der Strecke nicht stark genug und ich hatte einen Fehler zuviel". Helena Jonsson gewann trotz Punktegleichstand den Gesamtweltcup weil sie mehr Siege verbuchen konnte, als die Soldatin aus Steinbach-Hallenberg.

Obwohl die beiden Biathlonstars aus dem Isartal in dieser Saison keine großen Erfolge einfuhren wie man es sonst gewöhnt war, finden wir dennoch, daß sich beide Damen hervorragend geschlagen haben. Hut ab vor diesen Leistungen in der langen, Kräfte zehrenden Saison. Damentrainer Uwe Müssiggang und Heimtrainer Bernhard Kröll (Krün) können damit zufrieden sein.

Überhaupt kann sich die Bilanz unserer Madl im Gesamtergebnis sehen lassen: Fünf Biathletinnen unter den 10 Besten der Welt. Lediglich zwei Schwedinnen gelang es, in dieser Skala zu rangieren. Norwegen, Russland und Weißrussland sind mit jeweils einer Dame vertreten, siehe nachfolgende Tabelle.

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Das Top Ten Ergebnis des Rennens:
1 HAUSWALD Simone GER 0+1+0+0 1 36:54.6
2 JONSSON Helena SWE 0+0+0+0 0 37:09.7 +15.1
3 HENKEL Andrea GER 1+0+1+1 3 37:21.5 +26.9
4 DOMRACHEVA Darya BLR 0+0+2+0 2 37:40.7 +46.1
5 SEMERENKO Valj UKR 0+2+0+0 2 37:56.0 +1:01.4
6 WILHELM Kati GER 0+0+0+2 2 38:14.9 +1:20.3
7 MEDVEDTSEVA Olga RUS 0+3+0+0 3 38:20.0 +1:25.4
8 ZAITSEVA Olga RUS 1+0+0+3 4 38:25.3 +1:30.7
9 BOULYGINA Anna RUS 2+0+1+1 4 38:37.6 +1:43.0
10 OLOFSSON-ZIDEK Anna Carin SWE 1+0+1+2 4 38:39.0 +1:44.4
11 BECK Martina GER 1+1+1+1 4 38:45.8 +1:51.2
12 NEUNER Magdalena GER 3+1+2+2 8 38:47.9 +1:53.3
Weltcup-Gesamtwertung nach insgesamt 26 Rennen unter den Top Ten
1. Helena Jonsson SWE, 952 (Punkte) 6. Olga Zaitseva RUS, 834
2. Kati Wilhelm, 952 7. Darya Domracheva BLR, 776
3. Tora Berger NOR, 894 8. Martina Beck, 685
4. Magdalena Neuner, 891 9. Simone Hauswald, 677
5. Andrea Henkel, 838 10. Anna Carin Olofsson-Zidek, 645


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Die Freude über ihren 14. Weltcupsieg steht Magdalena Neuner ins Gesicht geschrieben. Klasse Leistung, läuferisch und am Schießstand! Foto: © AP

WC 9 - Khanty-Mansiysk: 10 km Verfolgung Platz 1

Sie strahlte bereits im Finish! Große Freude dann über den Sieg in dieser Disziplin. Magdalena Neuner entschied die letzte Verfolgung dieser Saison souverän für sich. Läuferisch und an der Waffe Top! In diesem Rennen passierte es wieder. Und das hieß für die Konkurrenz, dass gegen die Wallgauerin kein Kraut gewachsen war. Martina Beck verbesserte sich von Platz 23 auf Platz 12. Kati Wilhelm und Helena Jonsson (SWE) liefern sich weiterhin ein spektakuläres Kopf-an-Kopf-Rennen.


Rund 8.000 Fans sorgten im westsibirischen Austragungsort für eine kräftige Geräuschkulisse als Magdalena Neuner ihren 14. Weltcupsieg, den 3. in dieser Saison, einfuhr. Es war fast wie in alten Zeiten. Denn diesmal traf sie auch. Mit nur einem Fehler im ersten und im letzten Schießen steckte sie die beiden Strafrunden locker weg. Die Spitzenposition behielt die 29-jährige ab dem ersten Schießen unangefochten bis ins Ziel.

Gar nicht so streßfrei lief es bei einigen anderen Favoriten ab. Die tags zuvor erst- und zweitplatzierten Tina Bachmann und Simone Hauswald rangierten auf Platz 13 und 14. Das Zillertaler Zielwässerchen war vielleicht doch nicht so ganz das "richtige Rezept". Martina Beck aus Mittenwald leistete sich nur zwei Fehler im Stehendanschlag. Dafür, dass sie bekanntermaßen das Ende der Saison dringend herbeisehnt, wirkte sie in der Verfolgung zwar wieder durchaus fit, konnte sich - wie in den letzten beiden Weltcups - läuferisch ganz vorn nicht durchsetzen. "Ich bin aber sehr zufrieden mit dem heutigen Ergebnis" kommentierte Beck ihre Leistungen im TV-Interview.

Und im Zweikampf der Giganten sind blanke Nerven nicht zu übersehen. Beide, Kati Wilhelm (Platz 19) und die sympathische Schwedin Helena Jonsson (Platz 16) ringen nun Punkte gleich um den Sieg im Gesamtweltcup. Der Massenstart verspricht ein ulitmatives Saisonende! Einen Triumpf durfte Kati Wilhelm dennoch genießen. Sie erhielt für ihre konstantesten Leistungen in der Verfolgung die kleine Kugel.

Die südtirolerin Michela Ponza beendete das Rennen auf Platz 2. Den dritten Platz übernahm die Französin Marie Dorin. Unter den ersten 10 Läuferinnen glitt noch Andrea Henkel auf Platz 9 über die Ziellinie.


Das Top Ten Ergebnis des Rennens:
1 NEUNER Magdalena GER 1+0+0+1 2 27:53.0
2 PONZA Michela ITA 0+0+0+0 0 28:21.8 +28.8
3 DORIN Marie FRA 0+0+1+0 1 28:23.5 +30.5
4 SEMERENKO Vita UKR 0+0+1+1 2 28:31.6 +38.6
5 BERGER Tora NOR 0+1+1+0 2 28:42.1 +49.1
6 OLOFSSON-ZIDEK Anna Carin SWE 1+1+2+0 4 28:42.3 +49.3
7 ZAITSEVA Olga RUS 0+0+1+1 2 28:45.4 +52.4
8 BONNEVIE-SVENDSEN Julie NOR 0+0+0+2 2 28:52.6 +59.6
9 HENKEL Andrea GER 1+0+0+1 2 29:15.5 +1:22.5
10 BOULYGINA Anna RUS 1+0+1+1 3 29:17.7 +1:24.7

12 BECK Martina GER 0+0+1+1 2 29:52.5 +1:59.5
13 HAUSWALD Simone GER 2+2+1+2 7 29:55.7 +2:02.7
14 BACHMANN Tina GER 2+0+2+2 6 29:55.7 +2:02.7

19 WILHELM Kati GER 2+1+0+2 5 30:40.6 +2:47.6

27 DÖLL Juliane GER 0+1+2+5 8 31:41.9 +3:48.9


WC 9 - Khanty-Mansiysk: 7,5 km Sprint Platz 4

Biathlon-Überraschung vom Feinsten erlebten Aktive wie Zuschauer beim letzten Sprint der Damen in dieser Saison. Aus dem Lager der Neueinsteiger kam diesmal die Sensation: Tina Bachmann siegt in ihrem dritten Weltcup mit null Fehler. Simone Hauswald setzt noch einen drauf und belegt mit einem Plus von nur 3,7 Sekunden den zweiten Platz. Magdalena Neuner rutscht knapp hinter Anna Carin Oloffson-Zidek aus Schweden auf Platz 4. In dieser Konstellation ein völlig unerwartetes, aber grandioses Ergebnis des deutschen Damenteams.


Rund 30.000 Reisekilometer in 12 Tagen führten die deutschen Top-Biathleten durch drei Kontinente. "So was gabs vorher noch nie" kommentierte Uschi Disl die Strapazen, denen Männer und Frauen in dieser zu Ende gehenden Saison ausgesetzt waren. Dazu noch die Zeitverschiebungen, der Jetlag. Mit Sicherheit ein Streß, der individuell Spuren hinterläßt.

Dennoch, es sah zunächst alles ganz normal aus, als Martina Beck aus Mittenwald mit Startnummer 1 in die Loipe glitt. Ihr folgten dicht auf den Fersen Andrea Henkel und Magdalena Neuner. Fast überflüssig zu erwähnen, dass die Wallgauerin läuferisch wieder top drauf war. Im Liegendanschlag null Fehler und danach Spitzenposition, ist auch schon "typisch" für sie.

Wie ebenfalls schon gehabt, wendete sich das Blatt nach dem zweiten Schießen. Beck, Henkel und Neuner verfehlten die Scheibe jeweils zweimal, Wilhelm einmal. Ab in die Strafrunden hieß es für diese Damen. Nicht so im Falle von Tina Bachmann und Simone Hauswald: beide erreichen das Ziel mit null Schießfehler. Stimmts an der Waffe klappt es zwar - in Anspielung auf einen bekannten Werbespruch - vielleicht nicht unbedingt mit "dem Nachbarn". Aber hier im Biathlon ist das bisweilen mehr als die halbe Miete für einen Treppenplatz, sofern eine super Laufleistung gezeigt wird. Die 22-jährige aus Schmiedeberg bewies beides. Ihren Einstand in diese Liga feierte sie im zurückliegenden Weltcup 8 in Trondheim.

Es war also ein Rennen "der Jungen". Juliane Döll platziert sich auf einen beachtlichen Platz 14. Den Teamkolleginnen Wilhelm, Henkel und Beck gelang keine Platzierung mehr unter den ersten 20 Läuferinnen. Mit dem Ergebnis dürfte Trainer Uwe Müssiggang dennoch sehr zufrieden sein, rangierten letzten Endes doch 3 Deutsche unter den ersten vier.

Der Damentrainer im anschließenden Interview: " Ich hätte das niemals für möglich gehalten. Wir haben die Grundmaxime, dass Neulinge erst mal Erfahrungen im großen Weltcupgeschehen sammeln und lernen. Dass es dann so kommt überrascht mich doch".

Weltcupgesamtführende Helena Jonsson (SWE) war auch nicht gerade vom Glück verfolgt, sie verringerte mit einem 19. Platz ihren Abstand auf "wackelige" 11 Punkte zu Kati Wilhelm. Das Duell zwischen den beiden bleibt weiterhin spannend. Magdalena Neuner rückte dafür wieder vor auf Platz 3.


Das Top Ten Ergebnis des Rennens:
1 BACHMANN Tina GER 0+0 0 20:49.8
2 HAUSWALD Simone GER 0+0 0 20:53.5 +3.7
3 OLOFSSON-ZIDEK Anna Carin SWE 0+0 0 21:09.1 +19.
4 NEUNER Magdalena GER 0+2 2 21:12.2 +22.4
5 SEMERENKO Vita UKR 0+0 0 21:24.2 +34.4
6 VILUKHINA Olga RUS 0+0 0 21:30.3 +40.5
7 ZAITSEVA Olga RUS 1+1 2 21:33.1 +43.3
8 DOMRACHEVA Darya BLR 1+1 2 21:38.4 +48.6
9 DORIN Marie FRA 0+1 1 21:38.8 +49.
10 BOULYGINA Anna RUS 0+1 1 21:39.3 +49.5

14 DÖLL Juliane GER 0+1 1 21:50.8 +1:01.0

20 WILHELM Kati GER 1+1 2 22:15.2 +1:25.4

22 HENKEL Andrea GER 1+2 3 22:20.3 +1:30.5

23 BECK Martina GER 0+2 2 22:25.0 +1:35.2


WC 8 - Trondheim - 12,5 km Massenstart: Platz 14

Spannung pur boten die Biathlon-Damen beim letzten Rennen in Norwegen. Das Feld von hinten aufrollend sicherte sich Simone Hauswald in einem sensationellen Finish den zweiten Platz auf dem Stockerl. Kati Wilhelm belegte wie in der Verfolgung den fünften Platz. Die bärenstarke Tora Berger siegte vor heimischem Publikum. Rund 4000 Zuschauer samt norwegischem König hatten allen Grund zur Freude über den Doppelsieg an diesem Tag. Denn beim Massenstart der Herren stand kein geringerer als Ole Einar Bjoerndalen auf dem Siegerpodest.

Vier deutsche Biathletinnen bezogen ihre Positionen in der ersten Reihe: Kati Wilhelm (2), Magdalena Neuner (3), Andrea Henkel (6) und Martina Beck (8). Mit dem Startschuss sausten die 30 weltbesten Läuferinnen dicht an dicht die erste Steigung hinauf. Die Chinesin Xianying Liu gelangte irgendwie aus ihrer Startposition an die Spitze. Magdalena Neuner überholte bald und ging in Führung. Die Wallgauerin setzte auf Vorsprung.

Richtig interessant wurde es aber erst nach dem zweiten Schießen. Danach sah es für das deutsche Team sehr gut aus. Martina Beck, Magdalena Neuner und Kati Wilhelm trafen alle fünf Scheiben. In Folge davon formierte sich die Führung neu. Die Skispitzen ganz vorn hatten nun Berger (NOR), Wilhelm, Bailly (FRA), Neuner und Beck.

Wenn dann nicht das dritte Schiessen gewesen wäre. Beck verfehlte dreimal, Neuner zweimal das Ziel im ersten Stehendanschlag. Für die beiden Isartalerinnen war das ein herber Schlag "zurück". Neuner lief auf Platz 15 weiter, Beck auf Platz 19, eine Position vor Andrea Henkel.

Ein Comeback für Neuner und Beck in die Spitzengruppe verhinderte das Ergebnis des 4. Schießens. Jeweils 5 Schießfehler war schließlich der Endstand. Kati Wilhelm verschaffte sich zwar mit null Fehler zunächst eine gute Ausgangsposition für das Finish. Aber mittlerweile rollte Simone Hauswald das Feld von hinten auf. Obwohl sie nachdem ersten Schießen in der Loipe einfädelte und stürzte, sich auch noch am Ohrläppchen verletzte, brauste die 29-jährige aus Schönwald mit insgesamt 2 Schießfehlern an die Spitze. Dort lieferte sich "Simi" mit Tora Berger, Sandrine Bailly, Kati Wilhelm und Darya Domracheva (RUS) einen überaus spannenden Endkampf. Die Zuschauer im Station tobten zu recht, das war sehenswert.

Noch vor den markanten Serpentinen und Kurven, die hinunter zum Ziel führten, schob sich Lokalmatadorin Tora Berger mit eisernem Siegeswillen an die Spitze. Mit nur einer Sekunde Vorsprung vor Simone Hauswald passierte die norwegische Studentin das Ziel. Die Französin folgte dicht dahinter mit 2,1 Sekunden Abstand auf Berger. Nach dem Sieg von Andrea Henkel tags zuvor in der Verfolgung zeigten sich die deutschen Biathletinnen erneut erfolgreich mit einem Treppenplatz und 2 Platzierungen unter den ersten Fünf.

Die Führende im Gesamtweltcup, die Schwedin Helena Jonsson, belegte Platz 12. Der Abstand zur Zweiten, Kati Wilhelm, schrumpfte auf 22 Punkte zusammen. Ihren bislang gehaltenen Rang 3 musste Magdalena Neuner mit dem Ergebnis dieses Rennens an Tora Berger abtreten.

Das Top Ten Ergebnis des Rennens:
1 BERGER Tora NOR 0+0+0+1 1 39:29.7
2 HAUSWALD Simone GER 1+0+0+1 2 39:30.7 +1.0
3 BAILLY Sandrine FRA 0+0+0+1 1 39:31.8 +2.1
4 DOMRACHEVA Darya BLR 0+1+0+0 1 39:33.7 +4.0
5 WILHELM Kati GER 0+0+1+0 1 39:44.9 +15.2
6 BOULYGINA Anna RUS 1+0+1+0 2 39:48.8 +19.1
7 KUZMINA Anastasiya SVK 2+0+0+1 3 39:54.6 +24.9
8 BRUNET Marie Laure FRA 0+1+0+0 1 40:02.5 +32.8
9 ZAITSEVA Olga RUS 0+1+0+1 2 40:07.5 +37.8
10 DORIN Marie FRA 0+0+1+0 1 40:08.1 +38.4

14 NEUNER Magdalena GER 1+0+2+2 5 40:14.9 +45.2

16 HENKEL Andrea GER 1+1+2+0 4 40:37.1 +1:07.4

20 BECK Martina GER 1+0+3+1 5 41:24.3 +1:54.6



WC 8 - Trondheim (NOR) 10 km Verfolgung: Platz 18

Mit dem Ergebnis im Sprint verzeichnete das deutsche Damenteam das bisher schlechteste Ergebnis dieser Saison. Diese Scharte wetzten die bundesdeutschen Biathletinnen in der Verfolgung wieder aus. Sehr viel Anlaß zum Jubel gibt es allerdings nicht, denn unter den ersten 10 rangierten "lediglich" zwei Läuferinnen aus Uwe Müssiggangs Truppe. Andrea Henkel gewann dieses Rennen. Kati Wilhelm, die 32-jährige aus Steinbach-Hallenberg, wurde Fünfte.

Die Wetterverhältnisse hielten sich in Trondheim sehr in Grenzen. Insgesamt eine "nasse Sache" dieser Tag, auch für die Herren, die eine Stunde zuvor den mit Kurven und Serpentinen gespickten Rundkurs zu bewältigen hatten. Spannung prägte aber beide Rennen gleichermaßen. Lediglich Michael Greis wäre vermutlich die Rolle von Andrea Henkel lieber gewesen, denn er übernahm dort zunächst die Führung, wurde aber schließlich von Biathlon-Legende Ole Einar Bjoerndalen auf Platz 2 verwiesen.

Bei den Damen führte die Russin Olga Zaitseva vom Start weg hartnäckig an der Spitze des Feldes. Das erste Schießen beendete sie mit null Fehlern. Während Zaitseva ihre Führung ausbaute, bewegte sich auf den nachfolgenden Plätzen "einiges". So verbesserten sich zum Beispiel Henkel von Platz 10 auf Platz 3 und Magdalena Neuner von Platz 25 auf Platz 18.

Bereits im Sprint verursachte jeder Schießfehler ein Riesenproblem. In dieser Verfolgung gerieten die "Fahrkarten" schier zum Desaster. Um es gleich vorweg zu nehmen: vier mal null Fehler waren absolute Raritäten. Die Siegerin aus Großbreitenbach schaffte diese Leistung mit Bravour! Die in Bestform dahin rasende Zaitseva lag bis zum Beginn des vierten Schießens mit eben null Fehlern unangefochten an der Spitze. Dann verfehlte einer ihrer Patronen die 11,5 cm Scheibe, was ihr den Sieg kostete. Die Russin belegte Platz 2. Helena Jonsson, Schwedens Top-Biathletin, mischte diesmal ganz vorne nicht mit. Es reichte lediglich für Platz 10 (mit vier Schießfehlern). Sie behält aber weiterhin das gelbe Trikot der Weltcup-Gesamtführenden.

Magdalena Neuner aus Wallgau mit Startnummer 25 verbuchte bis zum Beginn des vierten Schießens einen Fehler. Nach dem letzten Schießen musste sie jedoch wieder in die Strafrunde, diesmal für 3 Fehler. Mehr wie Platz 18 war dann leider nicht mehr drin. Eine deutlich stärkere Verbesserung erzielte Martina Beck aus dem benachbarten Mittenwald. Mit einem Fehler im ersten Schießen kämpfte sie sich tapfer von Platz 34 vor auf Platz 16. Die 29-jährige holte sich damit wieder "zurück" auf Rang 8 in der Weltcup-Gesamtwertung. Die Wallgauerin behielt ihre Position auf Rang 3 bei.

Das Top Ten Ergebnis des Rennens:
1 HENKEL Andrea GER 0+0+0+0 0 30:08.8
2 ZAITSEVA Olga RUS 0+0+0+1 1 30:21.7 +12.9
3 BRUNET Marie Laure FRA 0+0+0+1 1 30:37.1 +28.3
4 BERGER Tora NOR 1+0+0+0 1 30:56.8 +48.0
5 WILHELM Kati GER 0+0+1+0 1 30:59.4 +50.6
6 DOMRACHEVA Darya BLR 1+0+0+1 2 31:06.9 +58.1
7 BONNEVIE-SVENDSEN Julie NOR 0+0+0+1 1 31:08.7 +59.9
8 PALKA Krystyna POL 0+1+0+0 1 31:08.7 +59.9
9 TOFALVI Eva ROU 0+0+0+0 0 31:10.8 +1:02.0
10 JONSSON Helena SWE 2+0+2+0 4 31:30.4 +1:21.6

16 BECK Martina GER 1+0+0+0 1 31:51.9 +1:43.1

18 NEUNER Magdalena GER 0+1+0+3 4 32:10.5 +2:01.7

20 DÖLL Juliane GER 0+0+1+0 1 32:11.6 +2:02.8
21 HAUSWALD Simone GER 1+0+2+0 3 32:29.9 +2:21.1

27 BACHMANN Tina GER 0+2+1+1 4 33:02.5 +2:53.7



WC 8 – Trondheim (NOR): 7,5 km Sprint - Platz 25

Zunächst sah es für einen deutschen Sieg ganz gut aus, aber nach 4 Schießfehler im Stehendanschlag von Magdalena Neuner wendete sich das Blatt deutlich. Am Ende des ersten Rennens standen Rußland, Schweden und Frankreich auf dem Siegertreppchen. Andrea Henkel auf Platz 10 rangierte als einzige Läuferin des deutschen Damenteams unter den Top Ten. 81 Biathletinnen gingen beim vorletzten Weltcup dieser Saison im norwegischen Trondheim an den Start.


Am Vormittag herrschten in der 2,5 km langen Loipe beim Rennen der Herren noch gute Bedingungen. Michael Greis holte sich seinen zweiten Saisonsieg. Die Damen sahen sich in der Dreifachrunde teilweise mit vereisten Stellen, aber auch mit tiefem Schnee konfrontiert. Die Strecke galt insgesamt gesehen als anspruchsvoll. Trondheim erlebt in diesen Tagen Weltcup-Premiere, da Oslo gerade umgebaut wird.

Magdalena Neuner - im roten Trikot - ging den Sprint mit Volldampf an, schoß liegend fehlerfrei und lag bis zum Stehendanschlag auf sehr guter Position. Beim zweiten Schießen knallten die Kugeln vier mal daneben. Während die Wallgauerin durch die Strafrunden jagte, bot die Französin Sandrine Bailly mit null Fehlern und super Laufzeit einen starken Auftritt.

Überhaupt glänzte das französische Team mit schnellen Laufzeiten. Bailly war die Führungsposition aber nicht lange vergönnt. Teamkollegin Sylvie Becaert topte die bis dahin führende Bailly, übernahm die Spitze und musste diese wieder abgeben an die derzeit erfolgreichste Schwedin Helena Jonsson aus Östersund. Die 24jährige machte ihr gegenüber 5,6 sek gut. Dennoch vergebens. Mit einem 5. Sieg in dieser Saison wurde diesmal nichts. Den Sieg erkämpfte sich schließlich die Russin Olga Zaitseva mit einem Vorsprung von 5,5 sek auf die Schwedin. Letztere verteidigte nicht nur das gelbe Trikot der Weltcuptführenden. Das rote Trikot darf sie nun ebenfalls tragen.

Für Magdalena Neuner blieb nur noch Platz 25. Das rote Trikot muß sie abgeben. Die Mittenwalderin Martina Beck fand auch in diesem Rennen nicht mehr zurück zu ihrer gewohnten Form. Mit einer Strafrunde belegte sie den Platz 34. Kati Wilhelm, Andrea Henkel und Simone Hauswald schafften es ebenfalls nicht, einen Spitzenplatz zu belegen.

Das deutsche Damenteam trat beim Sprint mit voller Mannschaft an. Neben Neuling Juliane Döll feierte Tina Bachmann ihren Einstand im großen Biathlon-Zirkus, dem Weltcup, mit einem respektablen Platz 23. Beiden Athletinnen werden noch beachtliche Potentiale vorausgesagt.

Das Top Ten Ergebnis des Rennens:
1 ZAITSEVA Olga RUS 0+0 0 22:56.9
2 JONSSON Helena SWE 0+0 0 23:02.4 +5.5
3 BECAERT Sylvie FRA 0+1 1 23:08.0 +11.1
4 WANG Chunli CHN 1+0 1 23:16.0 +19.1
5 BAILLY Sandrine FRA 0+0 0 23:17.6 +20.7
6 BRUNET Marie Laure FRA 0+0 0 23:21.0 +24.1
7 SEMERENKO Vita UKR 0+1 1 23:32.0 +35.1
8 PALKA Krystyna POL 0+0 0 23:34.6 +37.7
9 DOMRACHEVA Darya BLR 0+1 1 23:39.2 +42.3
10 HENKEL Andrea GER 1+1 2 23:40.3 +43.4

13 WILHELM Kati GER 1+0 1 23:58.6 +1:01.7

23 BACHMANN Tina GER 1+1 2 24:21.6 +1:24.7

25 NEUNER Magdalena GER 0+4 4 24:31.1 +1:34.2

34 BECK Martina GER 0+1 1 24:42.3 +1:45.4

38 HAUSWALD Simone GER 1+2 3 24:51.5 +1:54.6

41 DÖLL Juliane GER 2+0 2 24:58.7 +2:01.8

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Hatten allen Grund zur Freude: das deutsche Damenteam steht wieder einmal an der Weltspitze, es war dies der 3. Staffelsieg im WC dieser Saison. Von links: Martina Beck (Mittenwald), Kati Wilhelm, Andrea Henkel und Magdalena Neuner (Wallgau). Foto: © AP

WC 7 – Vancouver/Kanada: 4 x 6 km Staffel - Platz 1

Grandioser Erfolg der deutschen Biathlon-Damen bei der 4 x 6 km Staffel, der letzten dieser Saison. Im Olympic Park Whistler glänzte dieselbe Teambesetzung wie bei der WM in Korea mit absoluter Bestleistung. Klasse Schieß- und Laufleistungen und das bei 10-15 cm Neuschnee und Schneefall während des Rennens. Mit insgesamt 6 Nachladern und keiner Strafrunde schafften es Kati Wilhelm, Magdalena Neuner, Martina Beck und Andrea Henkel mit einem sensationellen Zeitabstand von 1:15.2 Min auf die zweitplatzierten Chinesinnen wieder einmal klar, ihre Position an der Weltspitze zu bestätigen.


In der Staffelbilanz der deutschen Damen standen bisher 2 Siege und eine WM-Silbermedaille. Beim letzten Staffelrennen der Saison im 10.000-Einwohner zählenden Whistler (Kanada, Britisch Kolumbien) lief im Prinzip alles super. Hoffentlich ein gutes Ohmen für die Olympiade 2010, die genau dort stattfinden wird. Der Weltcup 7 galt als Probelauf. Den Kommentaren in den TV-Sendungen zufolge darf man davon aus gehen, dass diese "Probe" der Kanadier beste olympische Bedingungen verspricht.

Trainer Uwe Müssiggang stellte für dieses Rennen die Reihenfolgen um: von "lang" nach "kurz". Kati Wilhelm wollte schon längst mal als Startläuferin antreten. Mit einem Nachlader am Schießstand setzte sie sich klar an die Spitze des Feldes, gefolgt von China, Italien und Russland. Diese Führungsposition übernahm Magdalena Neuner beim Wechsel als zweite Läuferin. Sie stieg mit 9 Jahren in den Biathlon ein und war jüngste Weltcupgesamtsiegerin aller Zeiten. Läuferisch top und am Schießstand null Fehler, das bedeutete weiterer Ausbau des Vorsprunges.

Mit dem Wechsel zu Martina Beck befanden sich die verfolgenden Chinesinnen bereits über eine Minute im Rückstand, dahinter die Schwedinnen und langsam aufholend die Russinnen. Die Mittenwalderin, erste deutsche Weltcupgesamtsiegerin überhaupt, musste in beiden Schießen insgesamt fünf mal nachladen. Ihre Konkurrentin, die Chinesin Xue Dong feuerte dagegen ihre Munition fehlerfrei in die Scheiben. Sie machte etwas Zeit gut. Es nützte aber nichts, denn auch Martina Beck hielt souverän die Führung und übergab diese an Schlußläuferin Andrea Henkel mit knapp einer Minute Vorsprung.

Und das war es dann auch. Die 1,58 m "kleine" Andrea bewies starke Nerven am Schießstand mit null Fehler. Henkel passierte schließlich die Ziellienie fahnenschwenkend mit einem Vorsprung von 1:15.2 Minuten vor China und mit 1:50.5 vor den drittplatzierten Russen.

Das Top Ten Ergebnis des Rennens:
1 Deutschland, 0+3 0+3 1:11:49.8
2 China, 0+1 0+4 1:13:05.0 +1:15.2
3 Russland, 0+3 1+9 1:13:40.3 +1:50.5
4 Ukraine, 1+3 0+7 1:14:24.6 +2:34.8
5 Schweden, 0+4 2+6 1:15:01.3 +3:11.5
6 Polen, 0+6 0+6 1:15:06.4 +3:16.6
7 Frankreich, 0+7 1+8 1:15:30.4 +3:40.6
8 Belarus, 0+2 1+4 1:16:03.5 +4:13.7
9 Kanada, 0+6 0+5 1:16:39.5 +4:49.7
10 Norwegen, 1+4 4+9 1:18:11.9 +6:22.1



WC 7 – Vancouver/Kanada: 7,5 km Sprint - Platz 2

Ein Dramatisches war es allemal, das zweite Rennen, der Sprint über 7,5 km. Sichtlich gute Loipenbedingungen, gute Schießleistungen, Tempo und vor allem ganz, ganz knappe Zeitabstände prägten diesen Wettbewerb. Die Schwedin Helena Johnsson verdrängte Magdalena Neuner mit nur 0.7 Sekunden Vorsprung vom vermeintlich sicheren Sieg auf Platz 2. Mit nur 1.6 Sekunden Abstand auf die Siegerin durfte die Russin Olga Zaitseva als Drittplatzierte aufs Stockerl. Martina Beck zeigte sich läuferisch wieder in besserer Form und belegte Platz 13.

Der Sprint ist wohl die Disziplin, bei der das Schießen viel entscheidet. Von den deutschen Biathletinnen setzten lediglich Martina Beck und Andrea Henkel im Liegend- und Stehendschießen alle Patronen ins Schwarze. Magdalena Neuer, Kati Wilhelm und Simone Hauswald leisteten sich jeweils einen Schießfehler im Stehendschießen, was jeder eine Strafrunde von 150 m Länge einbrachte. Neuling Juliane Döll verbuchte insgesamt 3 Schießfehler.

Sehr gute Loipenbedingungen sorgten wohl dafür, dass das Tempo bei den Topläuferinnen nur sehr geringe Zeitdifferenzen hervorbrachte. Bestzeit lief wie im Rennen davor die Wallgauerin Magdalena Neuner. Keine Frage, die 29jährige ist derzeit weltweit die schnellste Biathletin. Magdalenas Schießfehler verschaffte nun mal Helena Johnsson, 3-fache WM-Medaillengewinnerin von Pyeongchang (Korea), die Chance die deutsche Biathletin mit gerade mal 0.7 Sekunden Abstand zu schlagen. Die Schwedin schoss zweimal null Fehler. Neuner im anschließenden TV-Interview: "Im Sprint kann ich mit einem Schießfehler leben. Ich habe wie in jedem Rennen alles gegeben".

Die Mittenwalderin Martina Beck, im 15 km Einzel - dem Rennen zuvor auf Platz 22, verließ den Schießstand jedes mal mit null Fehler. Beste Schießleistungen waren stets ihr Markenzeichen. Sie machte auch ganz gut Tempo und hinterließ den Eindruck, läuferisch wieder weiter vorn mitmischen zu wollen. Sie "verbesserte" sich am Ende auf Platz 13 hinter Kollegin Simone Hauswald.

Andrea Henkel belegte Platz 5, Kati Wilhelm Platz 8. Sie musste die Führung im Gesamtweltcup an Helena Johnsson abgeben.

Das Top Ten Ergebnis des Rennens:
1 JONSSON Helena SWE 0+0 0 19:43.6
2 NEUNER Magdalena GER 0+1 1 19:44.3 +0.7
3 ZAITSEVA Olga RUS 0+0 0 19:45.2 +1.6
4 BERGER Tora NOR 0+0 0 19:46.8 +3.2
5 HENKEL Andrea GER 0+0 0 19:48.2 +4.6
6 SEMERENKO Vita UKR 0+0 0 19:57.5 +13.9
7 TOFALVI Eva ROU 0+0 0 20:06.0 +22.4
8 WILHELM Kati GER 0+1 1 20:06.6 +23.0
9 BAILLY Sandrine FRA 0+1 1 20:12.2 +28.6
10 DOMRACHEVA Darya BLR 0+1 1 20:14.2 +30.6


WC 7 – Vancouver/Kanada: 15 km Einzel - Platz 4

Zum Auftakt des WC 7 in Vancouver gab es strahlendes Wetter. Biathletinnen aus 29 Nationen waren am Start. Das deutsche Damenteam zeigte sich von der erfolgreichen Seite: 3 Athletinnen unter den besten fünf. Insbesondere Simone Hauswald glänzte mit Bestleistung, sie sicherte sich Platz 1 mit 4 mal Nullfehler. Mit gewohnt bester Laufleistung aber 3 Schießfehler landete Magdalena Neuner auf Rang 4. Die Wallgauerin erhielt damit die kleine Kristallkugel der Weltcupführenden im Einzel. Rang 5 belegte Andrea Henkel. Martina Beck musste sich nach ebenfalls 3 Schießfehlern mit Rang 22 zufrieden geben.


Das Top Ten Ergebnis des Rennens:
1 HAUSWALD Simone 0+0+0+0, 42:44.6
2 ZAITSEVA Olga, RUS 0+0+0+1, 43:23.9
3 SEMERENKO Vita, UKR 0+0+1+0, 43:50.4
4 NEUNER Magdalena, 0+2+0+1, 44:24.1
5 HENKEL Andrea, 0+1+1+0, 44:26.0
6 BAILLY Sandrine, FRA 0+2+0+0, 44:51.5
7 BERGER Tora, NOR 1+0+0+1, 45:05.1
8 NOVAKOWSKA Weronika, POL 1+0+0+1, 45:14.4
9 KUZMINA Anastasiya, SVK 0+1+1+0, 45:15.6
10 PONZA Michela, ITA 0+1+0+0, 45:27.2



Biathlon-WM 2009 in Pyeongchang (Korea):
Silbermedaille in der 4 x 6 km Staffel der Damen

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WM-Silbermedaillengewinner in Korea: die deutsche Damenstaffel von links Kati Wilhelm, Andrea Henkel, Magdalena Neuner und Martina Beck. Foto: © AP


Fast hätte es das deutsche Damenteam genau in dieser Besetzung geschafft, zum 3. Male in Folge den Staffel-WM-Sieg zu holen. Aber nur fast. Es reichte leider nicht. Aber: der 2. Platz brachte den beiden Isartalerinnen schließlich eine heißersehnte WM-Medaille. Die WM in Korea, das war wohl nicht "ihr Ding". Für Martina Beck (Mittenwald) und Magdalena Neuner (Wallgau) blieb es bei diesem einen Treppenplatz.

Mit Martina Beck startete das deutsche Team in das Rennen. Die 29jährige aus Mittenwald schoss nicht nur sehr gut, sie hielt sich läuferisch hinter Frankreich und Weissrußland konstant an dritter Stelle und gab diese Position an Magdalena Neuner aus Wallgau weiter. Wie gewohnt zeigte sich Neuner läuferisch mit Bestzeiten in Topform. Jedoch, das Schießen ist bekanntlich ihr wunder Punkt: 2 Strafrunden waren fällig. Nach Belarus und Frankreich übernahm Andrea Henkel ihren Part in dieser Staffel, die den schwarz-rot-goldenen Mädels nicht so richtig über den Diopter gehen wollte. Henkel schob sich nach vorne. Kati Wilhelm erhielt somit eine gute Ausgangsposition. Sie hatte bereits bestens Medaillen eingefahren. Dennoch, in diesem Rennen hatte auch Wilhelm mit Nachladern Zeit verloren, konnte aber letztlich eine zweite Position nach Russland und noch vor Frankreich halten. Belarus musste sich mit dem unbeliebten Rang 4 zufrieden geben.

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WIR GRATULIEREN UNSEREN BIATHLETINNEN ZU DIESEM ERFOLG !!!
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Das Top Ten Ergebnis des Rennens:
1 Russland 0+9 1:13:12.9
2 Deutschland 3+14 1:14:28.0 +1:15.1
3 Frankreich 1+13 1:14:40.4 +1:27.5
4 Belarus 0+8 1:14:54.6 +1:41.7
5 Schweden 2+11 1:15:42.8 +2:29.9
6 Polen 4+12 1:16:08.7 +2:55.8
7 China 1+14 1:16:28.6 +3:15.7
8 Rumänien 3+14 1:18:15.0 +5:02.1
9 Kanada 0+15 1:18:33.7 +5:20.8
10 USA 0+10 1:18:42.4 +5:29.5
Magdalena Neuners persönliche Bilanz bei der WM in Pyeongchang 2009
Samstag, 14.2.2009 Sprint, 7,5 km Rang 8, 2-1
Sonntag, 15.2.2009 Verfolgung, 10 km Rang 11, 1-1-2-4
Mittwoch, 18.02.2009 Einzel, 15 km nicht teilgenommen
Donnerstag, 19.02.2009 Mixed-Staffel nicht im Team
Samstag, 21.02.2009 Staffel, 4x6 km Rang 2, 0+2 - 2+3
Sonntag, 22.2.2009 Massenstart, 12,5 km Rang 7, 2-0-1-2
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Mit "eingeschaltetem Turbo" wie sie selber sagte gelang es Magdalena Neuner - trotz 4 Schießfehler- im Finish die führende Russin Ekaterina Iourieva zu überholen und damit zu siegen. Kati Wilhelm kam mit Platz 3 ebenfalls aufs Stockerl. Foto: © Hans Rauchensteiner


WC 5 Ruhpolding: 1. Platz in der Verfolgung

Fotoimpressionen vom WC 5 aus Ruhpolding

Fotos: © Hans Rauchensteiner


WC 5 Ruhpolding: 1. Platz im Sprint über 7,5 km

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Sie haben allen Grund zum Jubeln: von links: Kati Wilhelm Platz 2, Magdalena Neuner Platz 1 und Darya Domracheva auf Platz 3 (BLR). Foto: © Hans Rauchensteiner

Bayerische Hausmannskost für die Biathlon-Damen

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Super geschmeckt: Das deutsche Biathlon-Team von links: Andy Böhme (Physiotherapeut), Magdalena Neuner, Anne Preußler, Sabrina Buchholz, Conni Märkl, Kathrin Hitzer, Tim Burke (USA, Freund von Andrea Henkel), Andrea Henkel, Kati Wilhelm und deren Freund Andreas Emslander aus Mittenwald.

Conni Märkl kocht für Deutschlands Top-Athletinnen.
Er ist der Onkel von Martina Beck. Oberhof und Korea sind die nächsten Ziele.



Mittenwald/Östersund
Um 7.00 Uhr morgens ist es eigentlich noch relativ ruhig im Hüttendorf, dem schwedischen Biathlon Camp Östersund. Es liegt malerisch mitten im Wald. Während das deutsche Damenteam noch ruht, herrscht in der Küche bereits emsiges Treiben. Der Koch bereitet wie jeden Tag während des 1. Weltcups das Frühstück vor. Klar, dann gibt es noch das Mittag- und Abendessen für die Leistungssportler. Und das muss es in sich haben, denn Energie ist entscheidend für Erfolge.


Brauchen dafür Top-Athleten einen Top- oder sagen wir Sternekoch? Kann sein, nicht aber unsere Top-Biathletinnen. Für sie steht der „Conni” am Herd. Das ist ganz einfach Konrad Märkl aus Mittenwald, der Onkel von Martina Beck. „Martina war bei uns zum Essen eingeladen und da habe ich scherzhaft gemeint, ich könnte mal für die Madln kochen” erinnert sich der 69-jährige. Das war möglicherweise irgendwie bei Martina Beck im „Hinterstübchen” abgespeichert, als eine Köchin krankheitshalber bei den Olympiavorbereitungen 2006 in Obertilliach ausfiel. Trainer Uwe Müssigang suchte nach schnellem Ersatz. Martina schlug den Conni vor und der fackelte nicht lange und übernahm das Kochen. Bei den WM-Vorbereitungen 2007 folgte sein zweiter Einsatz.

Dass er nun auch in Östersund den Kochlöffel schwang, hat schießlich tiefere Beweggründe. Martina Beck bringt es auf den Punkt: „Er fand es einfach nicht in Ordnung, dass wir z.B. beim Weltcup abgestandene, warmgehaltene Nudeln serviert bekamen oder nach dem Wettkampf keine frischen Salate hatten. Wir sollten was Gscheits zum Essen haben”.

Und das besorgten sich die Biathlon-Damen beim Shopping vor Ort. Die ersten beiden Einkäufe übernahmen Martina Beck, Andrea Henkel, Kati Wilhelm und Anne Preussler. „Mit drei Einkaufswagen, 600 Euro weniger und etwas gestresst verliessen wir den Supermarkt” schmunzelt Martina Beck. Ja, es kam dann auch etwas anders als geplant. Die Jungs vom Herrenteam fanden ebenfalls gefallen an Connis Kochkünsten. Die Schar der hungrigen Mäuler wuchs an auf rund 18 Personen, machmal auch mehr.

Und womit und wie werden die nun bekocht? Für Conni ist das einfach: „Eine ganz normale Küche, wie daheim auch, mit Fleisch, Fisch und viel Nudeln und Reis”. Also irgendwie auch „boarische" Küche. Wenn es zwischendurch reinpasst, gibt es frischgebackenen Kuchen. Denn: An „Power” - sprich Kalorien - brauche er nicht zu sparen. Von Trainer Müssigang erhielt er den Tipp, dass die Madln in der Loipe schließlich wieder alles verbrennen. Um so besser, dachte sich der Conni und kredenzt nun seinerseits Hausmannskost mit frischer Sahne und bester Butter.

Ein geschätzter Koch, der Conni - hat er denn daheim gefehlt? „Nicht wirklich” winkt seine Frau, die Rosi, lachend ab „ich unterstütze das voll und ganz. Der Conni steht ja schließlich nicht nur am Herd, er ist so etwas wie ein gute Seele der Damenmannschaft geworden. Die Stimmung, der Zusammenhalt ist einfach großartig!” Darum ist der rüstige Rentner auch künftig dabei: Oberhof und Korea sind die nächsten Ziele. Bleibt für ihn zu hoffen, dass er wie in Östersund vom Küchenfenster aus in gerade mal 10 m Entfernung den Wettkämpfern bei der Jagd um die besten Plätze zuschauen kann...

Text: Rudolf Tomaschek, Fotos: Andrea Henkel (mit Selbstauslöser)

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