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Der Steinadler Majestätisch zieht er über den Alpen seine Kreise. Denkt man an das alpine Bergpanorama, kommt einem wohl zuerst der Steinadler in den Sinn. Keine andere Tierart wird so sehr mit der alpinen Fauna verbunden wie dieser „König der Lüfte“. Doch nicht nur die Gipfelregionen unserer Bergwelt, sondern auch auf Wappen war er immer ein Symbol für Stärke und Freiheit. Steinadler schreiten sehr früh im Jahr zur Brut. Schon im Februar sieht man die großen Vögel regelmäßig mit Nistmaterial zu ihren alten Horsten fliegen, um im Winter entstandene Fehler auszubessern. Jedes Paar verfügt über etwa 7 bis 10 Horste, die abwechselnd immer wieder genutzt werden. Die meisten Nistplätze im Karwendel liegen an geschützten Felswänden, sehr selten kommen auch Baumhorste vor. Mit der Ablage des ersten Eies im März beginnen die Altvögel sofort zu brüten, wobei sie sich regelmäßig abwechseln. Nach etwas mehr als 40 Tagen schlüpfen die Jungadler. Nun wird es für die Altvögel schwierig: für ihr starkes Wachstum benötigen die Nestlinge sehr viel Energie. Wichtigste Nahrungsquelle ist zu dieser Jahreszeit unter Lawinen getötetes oder im Tiefschnee abgestürztes Fallwild. Da die Steinadler von diesem Futter abhängig sind, bedeutet ein schneereicher Winter mit vielen Lawinen einen gedeckten Tisch für ihre Jungen. Nach schneearmen Wintern kann es dagegen vorkommen, dass die Vögel überhaupt nicht mit dem Brüten beginnen oder aber die Jungen im Nest verhungern. Nur unter günstigsten Bedingungen überleben alle der 2 - 3 Nestlinge. Oft werden auch kleinere Junge von ihren Eltern oder den Nestgeschwistern getötet, damit wenigstens ein Nachkomme überleben kann.
Der Steinbock Als das Symbol für die Alpen kann auch der Steinbock angesehen werden. Steinböcke tragen ein graues bis graubraunes Fell, das sich gegen die helle Bauchseite scharf absetzt. Am kurzen, massigen Kopf trägt der Steinbock einen Kehlbart. Fast wäre es ohnehin so weit gekommen, daß wir dem Steinwild ein Denkmal hätten setzen müssen. Überall in den Alpen war dieses urige Bergtier so verfolgt worden, daß alle Vorkommen erloschen. Bis auf ein einziges, das wir einem Jäger verdanken. Einem königlichen Jäger allerdings, dem italienischen König Victor Emanuel 11. (1820-1878), der in den italienischen Alpen, im Gebirgsmassiv des Gran Paradiso im Aostatal, das einzige Steinwild-Reservat Europas schuf. Es wurde so gut bewacht, daß es als einziges alle Kriegswirren überstand und später die Mutter aller Neugründungen von Steinwildkolonien in den Alpen wurde. Sämtliche Steinböcke und Steingeißen, die in der Schweiz, in Österreich und in Deutschland die Eltern neuer Populationen geworden sind, stammen auf irgendeinem Wege vorn Grau Paradiso.
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